Diskussion:EMS

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Version vom 16. November 2015, 07:09 Uhr von Haensgen (Diskussion | Beiträge) ("Evolutionäre Weiterentwicklung" des Zulassungsverfahrens)

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"Evolutionäre Weiterentwicklung" des Zulassungsverfahrens

Wie z.B. die NZZ am 2.11.15 meldete, wird eine Arbeitsgruppe der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) "Effizienz und Kosten sowie alternative Verfahren für den Eignungstest als Zulassungsverfahren zum Medizinstudium in der Schweiz prüfen".

Diskussionen über die Weiterentwicklung sind nötig und erfolgten auch bisher. Die Vorkommnisse der vorherigen Bekanntheit einzelner Aufgaben und einzelne Initiativen, die Zulassunsgkriterien selbst zu ändern oder zu ergänzen, sind einzubeziehen (so das "israelische Modell", was auf eine Ergänzung durch ein Assessment zur Erfassung sozialer Kompetenzen hinausläuft [1], die Einbeziehung eines Praktikums in das Zulassungsverfahren oder die von einzelnen Fakultäten gewünschte Berücksichtigung mathematisch-naturwissenschaftlicher Kenntnisse, weil der Wissensstand zu Studienbeginn zu unterschiedlich sei).

  • Diese Diskussion muss vor allem „top down“ geführt werden. Die „Stakeholder“ (Universitäten/Kantone, Bund und letztlich die „Konsumenten“ von Medizin) müssen ihre Auswahlziele einbringen, wen sie als Studierende und später Berufsausübende wollen.
  • Die Ziele müssen dann an den Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Zulassungsmethoden „bottom up“ orientiert bleiben, um weiterhin Wissenschaftlichkeit gepaart mit Ökonomie bei der Zulassung zu gewährleisten und der Komplexität des Themas gerecht zu bleiben. Es geht bei der Auswahl um nichts Geringeres als valide Langzeit-Vorhersagen von Erfolg im Studium oder im Beruf und welche Merkmale man dafür vor einer Studienaufnahme voraussetzen und valide prüfen kann. [2]

Da vor jeder Therapie eine umfassende Diagnostik steht, hat das für den EMS konzeptionell zuständige ZTD zuhanden dieser Arbeitsgruppe ein Papier mit den verschiedenen Optionen von Zulassungverfahren, ihrer wissenschaftlichen Fundierung und Auswirkung auf die Auswahl verfasst. Es ist ergebnisoffen quasi eine "Speisekarte", welche die verschiedenen international angewendeten Verfahren in ein System bringt. Dieses Papier kann als Ausgangspunkt der Diskussionen dienen. Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt:

  • Gibt es bezüglich der jetzt verwendeten Zulassungs-Methode Änderungsbedarf, weil andere Auswahlziele heute generell gelten?
  • Ist mehr Diversität auf der Ebene der Kriterien wie der Verwendung derselben durch die Universitäten angemessener, weil mehrere Ziele zugleich bzw. nicht überall die gleichen Ziele gelten?

Weil die Diskussion ohnehin auf verschiedenen Ebenen läuft und auch die (Fach-)Öffentlichkeit diese Fragen diskutiert, werden wir dieses Papier in der Schweizerischen Ärztezeitung (vorauss. am 25.11.) publizieren und einem breiterem Publikum vorstellen. Wir verbinden damit die Hoffnung, dass der Komplexität der Fragestellung angemessene Lösungen gesucht werden, die zugleich wissenschaftlich ausreichend fundiert und effizient sind.

Eine Tatsache sollte dabei nicht untergehen: die kognitive Studierfähigkeit, heute ausschliesslich verwendet und gemessen mit dem EMS, hat sich bewährt: Die Absolventenrate liegt an allen Universitäten mit NC mittlerweile über 90% der Anfänger, die Vorhersagegüte für Sudienerfolg ist weiterhin gut[3] und das für die Ausbildung investierte Geld gut angelegt und nicht durch Studienabbrüche verloren. Sein Problem war die Testsicherheit (auf eine Aufgabenwiederholung muss man zumindest bis zum befriedigenden Abschluss der rechtlichen Auseinandersetzungen nun ganz verzichten). Dies wird man beheben können[4] und so einen der besten Studierfähigkeitstests im internationalen Masstab als Modul erhalten können, wenn man dies will.

Folgende Links werden wir am 25.11. voraussichtlich freischalten:
  • Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung
Mögliche Elemente eines Zulassungsverfahrens - Zum Vergrössern anklicken

Je nach den gewählten Zulassungszielen stehen diese Methoden zur Auswahl, die international erprobt sind.


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Fictions and Facts zu EMS und NC (Handout Vortrag Zürich)

In Zürich werden sowohl der NC in Medizin (wieder einmal) in Frage gestellt, als auch eine breitere Einführung in den Sozialwissenschaften gefordert. Dabei darf man nicht ausser Acht lassen, wie die Situation im Fach Medizin wirklich ist - entsprechende Zahlen und Fakten wurden hier in einem Handout (Vortrag für der Medizinischen Fakultät Zürich) zusammengefasst. Die Essentials:

  • Kapazitätsausbau ist der einzige Weg, mehr Absolventen zu erhalten und das kostet.
  • Zulassung aller (und dann verstärkte inneruniversitäre Prüfungen) ist aus ethischen und ökonomischen Gründen weder möglich noch sinnvoll.
  • Das System "ohne NC" in der Westschweiz wäre nicht mit einer Situation "ohne NC" in den Universitäten mit NC vergleichbar.
  • Wenn man die Zulassung beschränken muss (=NC), ist der EMS immer noch das sinnvollste Kriterium.
  • Einbeziehung sozialer Kompetenz oder von Berufseignung in die Zulassung sind als Ideal sinnvoll, die bisher sichtbare Realisierung in einem Zulassungsverfahren hat aber mehr Probleme als Nutzen.
Vergleich Univ. mit und ohne NC für Kohorten 2012 und 2015 - Zum Vergrössern anklicken

50% müssen heute in Universitäten ohne NC herausgeprüft werden. In den Universitäten mit NC hat jeder eine Chance auf einen Abschluss - ohne NC müssten 75% herausgeprüft werden.

Mythos Soziale Kompetenz als Berufseignung

Soziale Kompetenz ist wichtig, aber diese berufsspezifischen Fähigkeiten können vor dem Studium noch gar nicht vorhanden sein

Was man vor dem Studium prüfen kann, sind bestimmte Voraussetzungen, dass man das im Studium lernen kann

Bei Befragungen Gefahr von Lippenbekenntnissen ("*Opferbereitschaft")

Diese Prüfung ist sehr aufwändig und teuer (Interviews, Rollenspiele etc), kaum für alle Bewerbungen zu machen

Verfälschbarkeit durch unehrliche Beantwortung von Fragen und eine hohe Trainierbarkeit sind Störfaktoren

Es gibt keine überzeugenden wissenschaftlichen Untersuchungen, die (1) einen Zusammenhang mit Berufseignung feststellen, wiel man sich auch nicht einig ist, was das ist und ob es die eine Berufseignung innerhalb der Medizin gibt

Es gibt auch keine überzeugenden wisssenschaftlicheen Untersuchungem, die (2) eine Verbesserung der Vorhersage der Studieneignung bringen. Interviews schneiden im S^Durchschnitt sogar am schlechtesten ab.

  1. Dazu siehe Artikel SÄZ, wo wir dies einordnen und einige Voraussetzungen darstellen
  2. Solche Langzeitvorhersagen sind in der Eingnungsdiagnostik mehrfach untersucht und es gilt: Je länger der Vorhersagezeitraum ist und je mehr Entwicklung darin stattfindet (immerhin ein komplettes Studium), umso ungenauer werden die Prognosen, umso mehr können Defizite ausgeglichen werden oder vorhandene Vorteile schwinden. Die Zulassung selbst ist aber darauf angewiesen, dass die Studienplätze fair verteilt werden und ein "Rechtfertigungszusammenhang" zwischen Kriterium und Erfolg ausreichend begründet ist
  3. Im Vorbereitungsreport 2014 wird nachgewiesen, dass offenbar durch eine Überflutung mit Material eine Gruppe, die am wahrscheinlichsten am Training teilgenommen hat, wirklich statistisch deutlich nachweisbar bessere Leistungen erzielte
  4. Für 2015 bestand Hoffnung auf eine sichere rechtliche Lösung, der komplette Ersatz aller Aufgaben war aus Zeitgründen noch nicht möglich, weil diese Aufgaben hinreichend entwickelt und erprobt sein müssen. Für 2016 sieht die Situation nun schon anders aus.