EMSwerkstatt
Die Schweizer Medizin und die AusländerInnen
|
Die Angst vor "Überfremdung" macht auch nicht vor dem Medizinalbereich halt, ob und wie weit die Schweiz ihre eigene Identität schützen soll und muss, möge in der politischen Diskussion ausführlichst diskutiert werden - dabei sollte aber nur mit Fakten argumentiert werden, die wirklich stimmen. NICHT RICHTIG ist, dass die Medizin-Ausbildungsplätze in der Schweiz durch Personen aus dem Ausland "blockiert" werden. Die Schweiz hat Zulassungsregeln zum Studium, welche den Zugang ausländischer Studierender ohne Bezug zur Schweiz (Niederlassung, Im Jahre 2007 wurde man durch eine sich vermeintlich "öffnende Schere" zwischen den Zahlen der Arztdipolome und den Zulassungen zum Humanmedizinstudium aufgeschreckt. Der Numerus cluasus (NC) bzw. der Eignungstest gerieten mit unter Verdacht, daran schuld zu sein.[1]. Allerdings wurden die Zulassungs- und Absolventenzahlen des gleichen Jahres verglichen - wenn man so Jahre mit und ohne NC vergleicht, kommt fälschlich der Eindruck einer Schere auf. Da die durchschnittliche Studiendauer etwa 7 Jahre beträgt, muss man die Zulassungen mit den Absolventen nach 7 Jahren vergleichen. Ausserdem muss man Universitäten mit und ohne NC unterscheiden - aufgrund der aktuellen Zahlen bietet sich heute ein klareres Bild: In den Universtäten mit Numerus clausus haben sich beide Zahlenreihen stark angenähert, die Effektivität der Ausbildung ist sehr hoch geworden. Es werden heute vergleichbare Absolventenzahlen zur Zeit ohne NC erreicht - ohne so viele Ressourcen für Studienabbrüche aufwenden zu müssen und die Universitäten zu überlasten. Die Spitze bei den Zulassungen 2001/2002 ist übrigens auf die doppelten Jahrgänge wegen Verkürzung der Maturität zurückzuführen. Dort wurden zeitlich befristet auch mehr Mittel zur Verfügung gestellt, die offensichtlich auch wirksam eingesetzt werden konnten. Würde man die Mittel für einen Kapazitätsausbau wieder zur Verfügung stellen können, würde dies also vermutlich auch wieder funktionieren. In den Universitäten ohne Numerus clausus bleibt die Differenz Zulassungen-Absolventen annähernd konstant - durch die verschärften inneruniversitären Prüfungen nach dem ersten Jahr müssen Personen "herausgeprüft" werden. Wie beim Vergleich der Anmeldezahlen sieht man, dass die Überlastung dort bis zum Jahr 2004 aber wesentlich geringer war als in den Universitäten mit NC. Erst ab 2005 steigen die Immatrikulationszahlen deutlich und es wird interessant, ob der Output wenigstens konstant bleibt oder durch die "Verstöpfung" sogar geringer wird, wie sich im Vergleich der Studienanfänger 2003 und 2004 andeutet (was sich allerdings auch schon in den Analysen zum Prüfungserfolg der einzelnen Universitäten andeutete[2] Die Zulassungsbegrenzungen haben also nachweislich zu einer effektiveren "Bewirtschaftung" der begrenzt vorhandenen Studienplätze geführt. Will man mehr Absolventen, muss man mehr Plätze finanzieren (was funktioniert). Blosses Fluten der Universitäten bringt nicht mehr Absolventen.
|
Beim Vergleich Zulassungen: Absolventen hat sich die "Schere" für die Unis mit NC geschlossen - die begrenzten Kapazitäten werden effektiver bewirtschaftet. Zu Universitäten ohne NC bleibt ein Unterschied. |
|
D |
|
- ↑ FAQ zu NC und EMS genauere Details siehe Seite 15 ff
- ↑ FAQ zu NC und EMS Frage 18, Seite 18ff