EMS 2015 Log

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Das Log: Was weiter geschah - Antwort auf Fragen, die eingingen

Aufgaben liegen dem gericht bereits vor?

28.7.: In der Printausgabe von "DER BUND" von heute (S.6) wird der Trainingsabieter zitiert, dass seit der Anzeige die Staatsanwaltschaft die besagten Aufgaben besitzen und er bis zum Urteil nun nur noch selber konzipierte Aufgaben benutzen würde. Diese beiden Dinge würden Klageforderungen entsprechen - allein bis zum heutigen Tage sind weder diese Tatsachen noch die Aufgaben swissuniversities oder uns bekannt. Die Unabhängigkeit der Gerichte ist ein hohes Gut. Sollte es den Tatsachen entsprechen (vor allem vollständig sein) und am Timing gelegen haben, den Zwischenfall zu vermeiden, wäre das tragisch. Das vermeintliche "Rätsel" werden wir nun lösen. Immerhin nehmen wir zur Kenntnis, dass die vollständige Offenlegung aller Aufgaben und der Ausschluss der "original-identischen" sowie die zukünftige Vermeidung von Praktiken zur Erlangung solcher Aufgaben weiter ein mitzuprüfender Weg wären (offenbar kann der Trainingsanbieter entgegen eigener Aussagen sehr wohl unterscheiden, was dem Original entspricht - wenn er deren Einsatz ab sofort vermeiden will).

Aber die anderen Anbieter!? =

28.7.: In den 18 Jahren EMS in der Schweiz gab und gibt es keinen Verdacht, dass andere Trainingsanbieter ebenfalls "original-identische" Aufgaben verwenden oder verwendet haben. Ein namhafter Anbieter hat sich bereits schriftlich uns gegenüber schärfstens von diesen Praktiken distanziert. Der "Streit" mit einigen Anbietern war ein anderer - es ging um Werbeaussagen zur Trainierbarkeit des EMS, die wir so nicht richtig fanden. Auch diese wurden mitterweile weitgehend angepasst. Wir denken über Lösungen nach, wie wir auch bezüglich der anderen Anbieter noch mehr Sicherheit erhalten können, dass dies so ist und bleibt - als weitere Voraussetzung für die Beibehaltung des gesamten jetzigen Testkonzeptes.

Jeder wichtige Test hat eine "Trainingsszene"

29.7.: Mehrfach wurden wir gefragt, ob man den Test abschaffen solle, WEIL es die Trainingsindustrie gibt. Klare Antwort: Nein. Jeder vergleichbare Test dieser Welt, sogar jedes wichtige Examen hat seine Trainingsindustrie - je mehr, umso wichtiger die Entscheidung ist (einfach irgendeinen Test- oder Examensnamen plus training googeln). Machen wir einen anderen, orientiert sich auch die Trainingsindustrie schnell um. Vorteil des jetzigen EMS ist die mehrfach beschriebene bedingte Trainierbarkeit. Alle Wissenstests und auch alle interviewartigen Assessments würden zu einer sprunghaften Zunahme dieses Zweiges führen und dann müsste man leider sagen: Je mehr, desto besser.

Hätte uns frühere Kenntnis der "verbrannten" Aufgaben genutzt?

30.7.: Falls wie unter 1 beschrieben das Material dem Gericht übergeben worden wäre und dies uns auch erreicht hätte: Was hätte es genutzt? Bis Anfang Juni hätten wir die beiden betroffenen Texte durch unbekannte austauschen können und Textverständnis wäre vollständig gewesen. Wenn uns diese Information nach Drucklegung bis zum Morgen des Testtages erreicht hätte, wäre die Instruktion geändert worden: Nur Bearbeitung des unbekannten Textes (und Zeitverkürzung). Dann wären wenigstens 6 Aufgaben wertbar gewesen...

Der fall ist wichtig für die ganze Eignungsdiagnostik und auch Prüfungen

1.8. Diskussionen im Fach lassen immer deutlicher werden, dass es nicht nur um einen Anbieter und den EMS geht, sondern Sicherheitsfragen der gesamten Eignungsdiagnostik durch die hier auftretenden Rechtsfragen tangiert sind (mehr siehe Link).