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| − | == Was geschah?==
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| − | *2 Texte der Aufgabengruppe „Textverständnis“ mit je 6 Einzelfragen waren einer unbekannten Personenzahl aufgrund des Materials eines Trainingsanbieters vorher bekannt, ein Text nicht.
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| − | *Vergleichbare Statistiken wie 2014 zeigen erneut keine Auffälligkeiten: Die Aufgaben sind vergleichbar schwer wie aufgrund der Entwicklungsdaten zu erwarten, es zeigen sich keine statistischen Auffälligkeiten für Teilgruppen.
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| − | * Zusätzliche Ursache zur vermuteten "Aufgabenüberflutung" (siehe [[Vorbereitungsreport 2014]]) kann sein, dass in den übereinstimmenden Texten in diesem Jahr Abweichungen und auch Fehler im Trainingsmaterial enthalten sind. Die Komplexität der Aufgaben ist aber derart hoch, dass sie nicht nach dem Test aus dem Gedächtnis reproduziert sein können.
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| − | * Der Ausschluss ist "formaljuristisch" zwingend, da die Aufgaben in einer zu ähnlichen Struktur einer unbekannten Teilnehmerzahl vorher bekannt waren und so die Gleichbehandlung mindestens theoretisch gefährdet war.
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| − | == Begründung der Nichtwertung ==
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| − | Um zu gewährleisten, dass die Zulassung unter '''gleichen Bedingungen für alle auf der Basis der Eignung''' erfolgt, haben swissuniversities und ZTD nach Konsultation des deutschen Kooperationspartners beschlossen, die gesamte Aufgabengruppe „Textverständnis“ aus Sicherheitsgründen aus der Wertung herauszunehmen, um mögliche bzw. auch hypothetische Verstösse gegen die Gleichbehandlung auszuschliessen. Da alle 10 Aufgabengruppen des EMS in getrennten "Zeitfenstern" bearbeitet worden sind, werden die Bearbeitungsbedingungen der gewerteten 9 nicht dadurch beeinflusst.
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| − | In einer der beiden Parallel-Formen des EMS wären die 6 zu wertenden Aufgaben am Ende, in der anderen in der Mitte der Aufgabengruppe zu bearbeiten. Trotz der Instruktion beim EMS, alle Aufgaben mit gleicher Aufmerksamkeit zu bearbeiten, ist uns bekannt, dass einige Personen sich lieber intensiver den ersten beiden Texten widmen und den dritten Text mit etwas weniger Aufmerksamkeit bearbeiten. Dadurch würden 50% der Personen mit dem einzigen gewerteten Text erst an dritter Stelle im Mittel 0.5 Punkte weniger erzielen als diejenigen, die den Text an zweiter Stelle vorfanden. Zugleich ist durch Nichtwertung aller Aufgaben auch der hypothetische Einwand entkräftet, dass Personen mit Vorkenntnissen in diesen Aufgaben irgendwelche Zeitvorteile bei der Lösung der für alle unbekannten Aufgaben haben könnten.
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| − | == Der gewertete EMS 2015 bleibt ausreichend valide ==
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| − | Der EMS weist auch mit nur 9 von 10 Aufgabengruppen eine für die Zulassung nach der Eignung ausreichende Differenzierung auf: Der prognoserelevante Faktor „Schlussfolgerndes Denken", zu welchem „Textverständnis“ gehört, ist mit 4 statt 5 Aufgabengruppen und 80 statt 100 Aufgaben immer noch der am stärksten repräsentierte Faktor, bis 2004 umfasste er bekanntlich ebenfalls nur 4 Aufgabengruppen mit nur 78 Aufgaben. Die „Schwankungsbreite“ (frühere und auch der Vorbehalt für zukünftige Änderungen zum Zwecke der Weiterentwicklung) wurde nicht verlassen – der Test wurde und wird bekanntlich fortlaufend weiterentwickelt.
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| − | „Textverständnis“ als wichtige Anforderung der Studierfähigkeit ist nach wie vor '''mehrfach im Test repräsentiert''': Insbesondere „Diagramme und Tabellen“, „Mechanisch-technisches-Grundverständnis sowie vor allem „Planen und Organisieren“ erfordern hohe Lesekompetenz und Textverständnis, um die dortigen Aufgaben zu lösen (das ist auch einer der Gründe, dass sie statistisch einen einheitlichen Faktor bilden). Textverständnis wurde seinerzeit in den Anforderungsanalysen eines Studiums als wichtige Kompetenz identifiziert und daher auch in einer "genuinen" Aufgabengruppe der ursprünglich 9 erfasst. Die heute zusätzliche Erfassung von "Planen und Organisieren" (wo sich viele für die Lösung wichtige wichtige Details erst durch genaues Lesen erschliessen) kompensiert den Verlust im langzeitlichen Verlauf der Testanwendung etwas.
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| − | Die '''Äquivalenz''' der Punktwerte mit und ohne „Textverständnis“ beträgt als sogenannte Paralleltest-Reliabilität 0.99. Die Rangreihen nach den Punkwerten differenzieren daher praktisch identisch und verschieben sich nicht (ab 0.85 werden Messungen allgemein als äquivalent angesehen).
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| − | Weder statistisch, noch aus der Analyse des mitterweile sehr umfangreichen bei uns verfügbaren und jetzt neu übergebenen Materials der Trainingsanbieter lassen sich weitere Aufgaben finden, deren Ausschluss notwendig wäre.
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| − | Wir bedauern diesen Zwischenfall und sind genauso verärgert wie die Kandidatinnen und Kandidaten, die mit einem reibungslosen Zulassungsverfahren gerechnet haben. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile ist diese Lösung aber alternativlos die beste, um die Chancengleichheit für alle wiederherzustellen. Ein Neuansetzen des EMS im September, eine Zulassung aller Personen sind als Alternativen weder notwendig, noch realistisch und auch nicht verhältnismässig, da die gewerteten Ergebnisse unter gleichen Bedingungen zustande gekommen sind und dank der hohen Äquivalenz diesen bezüglich der Erfassung der Eignung voll entsprechen.
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