Richtigstellungen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus ZTDWIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche
 
(13 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Wir möchten auch einige Missverständnisse aufklären, die ggf. falsch wiedergegeben werden oder worden sind, damit die Diskussion weiter sachlich und faktenbasiert erfolgen kann:
+
{{Achtung|
 +
*Das gleiche Trainingsmaterial enthielt '''auch die Aufgabengruppe „Fakten lernen"'''. Das Lernmaterial war nicht identisch mit dem EMS 2014, aber sehr ähnlich, es wurden dazu andere Fragen gestellt. Dies war also bekannt und wurde untersucht. Die Empirie zeigt keine Vorteile für Personen, welche die 14 Fragen am wahrscheinlichsten gekannt haben, auch die psychologische Theorie liefert dafür Gründe. Bei Notwendigkeit wäre eine Nichtwertung vorgeschlagen worden, die Zahl der gewerteten Aufgaben wäre immer noch ausreichend gewesen. Die Reduktion bei „Schlussfolgerndes Denken“, wozu die 14 ausgeschlossenen Aufgaben gehörten, wäre dann sogar etwas kompensiert worden. Beim "Fakte lernen" erreichen traditionell viele Personen volle bzw. hohe Punktzahlen auch ohne Vorkenntnisse. Diese Chance wäre jenen bei anderer Güterabwägung genommen worden.
  
*Die Vermutung, dass die 14 Aufgaben während der Testdurchführung durch teilnehmende Trainingsanbieter oder deren Mitarbeiter „ausgespäht“<ref>Gemeint war während der Testdurchführung auswendig gelernt und anschliessend aus dem Gedächtnis reproduziert. Während des Test gehört die Verhinderung privater Aufzeichnungen mit zu den Kernaufgaben der Kontrolle im Rahmen des Testschutzes</ref> worden sind, ist falsch. Alle stammen aus einer 1996 in Deutschland beim früheren TMS entwendeten Version, aus welcher diese 14 Aufgaben 2014 wiederverwendet wurden.
+
*Die Aufgaben der entwendeten Version sind bekannt und ihr weiterer Einsatz ist ausgeschlossen, Belege für weitere Entwendungen bzw. "verbrannte" Aufgaben gibt es nicht. Für „Fakten lernen" wird es ab 2015 bezüglich der Inhalte jährlich neue Inhalte geben, die sich an der erprobten Struktur orientieren (siehe [[Testschutz beim EMS]]).''' Die bekannten Probleme sind also lösbar'''. Weitere Massnahmen zur Optimierung des Testschutzes werden trotzdem evaluiert - dabei soll vermieden werden, durch zu restriktive "Überkontrolliertheit" lediglich die Testangst zu erhöhen.  
  
*„Ausgespähte“ Aufgaben sind am Markt frei erhältlich – neben einer grossen Zahl selbsterfundener Aufgaben. Diese werden in der Schweiz und auch in Deutschland regelmässig analysiert – bisher stimmte keine davon so mit einem Original überein, dass dieses nicht mehr verwendbar gewesen wäre. Das exakte Nachempfinden ist durch die Komplexität der Aufgaben erschwert.  
+
*Das Vorgehen entsprach in jeder Weise den vereinbarten Standards: Genaue Analyse und Erarbeitung Entscheidungsvorlage durch das ZTD (Wertung wie Nichtwertung und weitere Optionen wurden erwogen), gemeinsame Festlegung der notwendigen Massnahmen unter Berücksichtigung aller Umstände, Kommunikation der Massnahmen an die Kandidaten und die Presse durch SUK, CRUS und ZTD. Nichts geschah dabei also ''kurzerhand'' oder ''willkürlich.''}}
  
*Es wurde und wird nicht behauptet, dass man sich auf den EMS nicht vorbereiten darf oder dieser nur unvorbereitet funktioniert. Eine selbständige Vorbereitung anhand der empfohlenen Strategie war und ist den Besuchen professioneller Kurse nachweislich ebenbürtig. Details  sind im neuen '''[[Vorbereitungsreport 2014]]''' dargestellt.
 
  
*Dass das durchschnittliche Prüfungsresultat durch die Trainingsanbieter von Jahr zu Jahr "höher geschaukelt" würde, ist durch Zahlen widerlegbar. Es werden konstant rund 60% der Maximalpunktzahl erreicht (siehe [[Vorbereitungsreport_2014#.22Inflation.22_der_erzielten_Leistungen.3F|Analyse der erreichten mittleren Punktwerte]]).
+
[[Medien|Am Rande: Davon sind wir in der Schweiz natürlich noch weit entfernt...]]
 
+
*Aufgaben werden weder jährlich, noch nach 3-4 Jahren  wiederholt, die Abstände sind deutlich grösser. Ein psychologischer Test erfordert den Einsatz vorerprobter Aufgaben – deshalb ist '''[[Testschutz beim EMS|Testschutz]]''' notwendig und wichtig. Das Vorgehen entspricht auch im internationalen Vergleich (USA, Schweden, Israel, Japan, Deutschland) den gängigen Standards für entsprechende Zulassungstests.
+
 
+
*Die 14 Aufgaben waren mit dem Original 100% identisch – nicht aber die Aufgabengruppe „Fakten lernen“  (sehr ähnliches Lernmaterial, andere Fragen werden dazu gestellt).  In diesem Fall hat empirische Prüfung Vorrang vor Spekulation hinsichtlich einer möglichen Wertung. Die Empirie zeigt keine Vorteile, auch die psychologische Theorie liefert dafür Gründe. Bei Notwendigkeit wäre eine Nichtwertung vorgeschlagen worden und vertretbar: Die Zahl der gewerteten Aufgaben wäre gross genug geblieben und die Reduktion  des Faktors „Schlussfolgerndes Denken“, wozu die 14 Aufgaben gehörten, wäre dadurch sogar teilweise kompensiert worden.  Empirisch gab es für Nichtwertung keine ausreichende Begründung.
+
 
+
*Das Vorgehen entsprach in jeder Weise den vereinbarten Standards: Genaue Analyse und Erarbeitung Entscheidungsvorlage durch das ZTD (Wertung wie Nichtwertung und weitere Optionen wurden erwogen), gemeinsame Festlegung der notwendigen Massnahmen unter Berücksichtigung aller Umstände, Kommunikation der Massnahmen an die Kandidaten und die Presse durch SUK, CRUS und ZTD.  
+
 
+
*Die Aufgaben der entwendeten Version sind bekannt und ihr weiterer Einsatz ausgeschlossen, Belege für weitere Entwendungen gibt es nicht. Für „Fakten lernen" wird es ab 2015 bezüglich der Inhalte jährlich gänzlich neue Versionen geben, die sich an der erprobten Struktur orientieren. Weitere Massnahmen zur Optimierung des Testschutzes werden evaluiert - dabei soll aber vermieden werden, durch zu restriktive "Überkontrolliertheit" lediglich die Testangst zu erhöhen.  
+
  
 
Prof. Dr. K.-D. Hänsgen
 
Prof. Dr. K.-D. Hänsgen

Aktuelle Version vom 23. Oktober 2014, 18:54 Uhr

  • Das gleiche Trainingsmaterial enthielt auch die Aufgabengruppe „Fakten lernen". Das Lernmaterial war nicht identisch mit dem EMS 2014, aber sehr ähnlich, es wurden dazu andere Fragen gestellt. Dies war also bekannt und wurde untersucht. Die Empirie zeigt keine Vorteile für Personen, welche die 14 Fragen am wahrscheinlichsten gekannt haben, auch die psychologische Theorie liefert dafür Gründe. Bei Notwendigkeit wäre eine Nichtwertung vorgeschlagen worden, die Zahl der gewerteten Aufgaben wäre immer noch ausreichend gewesen. Die Reduktion bei „Schlussfolgerndes Denken“, wozu die 14 ausgeschlossenen Aufgaben gehörten, wäre dann sogar etwas kompensiert worden. Beim "Fakte lernen" erreichen traditionell viele Personen volle bzw. hohe Punktzahlen auch ohne Vorkenntnisse. Diese Chance wäre jenen bei anderer Güterabwägung genommen worden.
  • Die Aufgaben der entwendeten Version sind bekannt und ihr weiterer Einsatz ist ausgeschlossen, Belege für weitere Entwendungen bzw. "verbrannte" Aufgaben gibt es nicht. Für „Fakten lernen" wird es ab 2015 bezüglich der Inhalte jährlich neue Inhalte geben, die sich an der erprobten Struktur orientieren (siehe Testschutz beim EMS). Die bekannten Probleme sind also lösbar. Weitere Massnahmen zur Optimierung des Testschutzes werden trotzdem evaluiert - dabei soll vermieden werden, durch zu restriktive "Überkontrolliertheit" lediglich die Testangst zu erhöhen.
  • Das Vorgehen entsprach in jeder Weise den vereinbarten Standards: Genaue Analyse und Erarbeitung Entscheidungsvorlage durch das ZTD (Wertung wie Nichtwertung und weitere Optionen wurden erwogen), gemeinsame Festlegung der notwendigen Massnahmen unter Berücksichtigung aller Umstände, Kommunikation der Massnahmen an die Kandidaten und die Presse durch SUK, CRUS und ZTD. Nichts geschah dabei also kurzerhand oder willkürlich.


Am Rande: Davon sind wir in der Schweiz natürlich noch weit entfernt...

Prof. Dr. K.-D. Hänsgen Zentrum für Testentwicklung

Nachweise und Fussnoten