Diskussion:EMS: Unterschied zwischen den Versionen

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== ÜBERSCHRIFT==
== Studieneignung und Berufseignung ==
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|width="70%" bgcolor="#eff3f6"| Der EMS-Test wurde aufgrund aufwändiger Anforderungsanalysen und diversen Erprobungen hinsichtlich der Vorhersage des '''Studienerfolges'''  im Medizinstudium entwickelt - das sagt er bestmöglich voraus. Sicher wissen wir heute nur, was Studieneignung ist - die "Berufseignung" (der gute Arzt, die gute Ärztin) sind
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* noch nicht ausreichend definiert (siehe [[Presseecho#Studien_und_Berichte|Zusammenfassung der Themengruppe hier).   
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* sehr wahrscheinlich nicht homogen, also ganz unterschiedlich für die verschiedenen Teilgebieten der Medizin (Chirurgie, Psychiatrie, Hausarzt, Forscher...)
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* selbst ein Ziel der Ausbildung im Medizinstudium (und man kann allenfalls die Voraussetzungen bestimmen) - niemand wird die "Arztpersönlichkeit" schon vor dem Studium sein
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'''Subfett'''
* methodisch im Kern nur durch Beurteilung zu erfassen. Eine Selbstbeurteilung ist aber anfällig für Verfälschung hinsichtlich sozialer Erwünschtheit, Fremdbeurteilung wird (z.B. als Interview) nur die bekannt niedrigen Prognosewerte für Studien-Erfolg erreichen. Beides ist für Massentests nicht geeignet.
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* auch historisch gesehen der Studieneignung nachgeordnet. Vor dem NC fielen 50% durch die Prüfungen und man wollte vor allem mehr Absolventen, die das Studium schaffen. Die beste "Arztpersönlichkeit" nützt nichts, wenn man durch die Prüfungen fällt
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* bezüglich Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu Studieneignung genauer zu bestimmen. Wenn Medizin naturwissenschaftlich-technisch anspruchsvoll bleibt und diese Fähigkeiten die Studieneignung bestimmen, wird Studieneignung eine wichtige Komponente der Berufseignung sein.
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Bezüglich der '''Sozialkompetenz''' ist die Suche nach einem verfälschungssicheren Paradigma mit Eignung für den Zulassungstest beständig (und erfolglos) weiter erfolgt: Die [http://www.unifr.ch/ztd/ems/doc/SJT.pdf„ Situational Judgement Tests“ (SJT)] erfüllten die Hoffnungen nicht. Eine Darbietung auf Papier hat in Belgien keine ausreichende Vorhersage für kognitive oder soziale Studienerfolgskriterien erlaubt; eine Darbietung per Video wäre aussichtsreicher, ist aber aufgrund des Aufwandes und der technischen Voraussetzungen nicht realistisch.
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Im Moment bieten wir auch ein [http://www.unifr.ch/ztd/self-assessment/ Self Assessment] an, wo die Willigen bei einer Ehrlichen Selbsteinschätzung neben der Eignung auch etwas über ihre Neigung erfahren (Persönlichkeit, Interessenlage,  Wissen über Medizinstudium und –Beruf). Das funktioniert aber leider nur, wenn man ehrlich antwortet und die Schlüsse daraus selber zieht.
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|width="20%" bgcolor="#d0d3da"| '''Berufseignung ist für eine Zulassung zum Medizinstudium inhaltlich noch zu undefiniert und methodisch durch notwendige Beurteilung - mit der Tendenz zu erwünschter Darstellung problematisch'''
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== Fictions and Facts zu EMS und NC (Handout Vortrag Zürich) ==
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In Zürich werden sowohl [http://www.nzz.ch/zuerich/fdp-stellt-numerus-clausus-infrage-1.18478821 der NC in Medizin] (wieder einmal) in Frage gestellt, als auch eine [http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Die-SVP-sticht-in-ein-Wespennest/story/15282770 breitere Einführung in den Sozialwissenschaften] gefordert. Dabei darf man nicht ausser Acht lassen, wie die Situation im Fach Medizin wirklich ist - entsprechende Zahlen und Fakten wurden hier [[Media:Zuerich_Handout.pdf|'''in einem Handout (Vortrag für der Medizinischen Fakultät Zürich)''']] zusammengefasst. Die Essentials:
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* Kapazitätsausbau ist der einzige Weg, mehr Absolventen zu erhalten und das kostet.
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* Zulassung aller (und dann verstärkte inneruniversitäre Prüfungen) ist aus ethischen und ökonomischen Gründen weder möglich noch sinnvoll.
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* Das System "ohne NC" in der Westschweiz wäre nicht mit einer Situation "ohne NC" in den Universitäten mit NC vergleichbar.
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* Wenn man die Zulassung beschränken muss (=NC), ist der EMS immer noch das sinnvollste Kriterium.
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* Einbeziehung sozialer Kompetenz oder von Berufseignung in die Zulassung sind als Ideal sinnvoll, die bisher sichtbare Realisierung in einem Zulassungsverfahren hat aber mehr Probleme als Nutzen.
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|width="25%" bgcolor="#d0d3da"|{{Centershot|Systemvergleich|Vergleich Univ. mit und ohne NC für Kohorten 2012 und 2015}}'''50% müssen heute in Universitäten ohne NC herausgeprüft werden. In den Universitäten mit NC hat jeder eine Chance auf einen Abschluss - ohne NC müssten 75% herausgeprüft werden.'''
 
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== Mythos Soziale Kompetenz als Berufseignung ==
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==== Soziale Kompetenz ist wichtig, aber diese berufsspezifischen Fähigkeiten können vor dem Studium noch gar nicht vorhanden sein ====
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==== Was man vor dem Studium prüfen kann, sind bestimmte Voraussetzungen, dass man das im Studium lernen kann ====
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Bei Befragungen Gefahr von Lippenbekenntnissen ("*Opferbereitschaft")
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====Diese Prüfung ist sehr aufwändig und teuer (Interviews, Rollenspiele etc), kaum für alle Bewerbungen zu machen ====
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==== Verfälschbarkeit durch unehrliche Beantwortung von Fragen und eine hohe Trainierbarkeit sind Störfaktoren ====
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====Es gibt keine überzeugenden wissenschaftlichen Untersuchungen, die (1) einen Zusammenhang mit Berufseignung feststellen, wiel man sich auch nicht einig ist, was das ist und ob es die eine Berufseignung innerhalb der Medizin gibt ====
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==== Es gibt auch keine überzeugenden wisssenschaftlicheen Untersuchungem, die (2) eine Verbesserung der Vorhersage der Studieneignung bringen. Interviews schneiden im S^Durchschnitt sogar am schlechtesten ab. ====

Aktuelle Version vom 16. November 2015, 07:15 Uhr

ÜBERSCHRIFT

TEXT
Datei:BILD.png
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Subfett


xxx

Fictions and Facts zu EMS und NC (Handout Vortrag Zürich)

In Zürich werden sowohl der NC in Medizin (wieder einmal) in Frage gestellt, als auch eine breitere Einführung in den Sozialwissenschaften gefordert. Dabei darf man nicht ausser Acht lassen, wie die Situation im Fach Medizin wirklich ist - entsprechende Zahlen und Fakten wurden hier in einem Handout (Vortrag für der Medizinischen Fakultät Zürich) zusammengefasst. Die Essentials:

  • Kapazitätsausbau ist der einzige Weg, mehr Absolventen zu erhalten und das kostet.
  • Zulassung aller (und dann verstärkte inneruniversitäre Prüfungen) ist aus ethischen und ökonomischen Gründen weder möglich noch sinnvoll.
  • Das System "ohne NC" in der Westschweiz wäre nicht mit einer Situation "ohne NC" in den Universitäten mit NC vergleichbar.
  • Wenn man die Zulassung beschränken muss (=NC), ist der EMS immer noch das sinnvollste Kriterium.
  • Einbeziehung sozialer Kompetenz oder von Berufseignung in die Zulassung sind als Ideal sinnvoll, die bisher sichtbare Realisierung in einem Zulassungsverfahren hat aber mehr Probleme als Nutzen.
Vergleich Univ. mit und ohne NC für Kohorten 2012 und 2015 - Zum Vergrössern anklicken

50% müssen heute in Universitäten ohne NC herausgeprüft werden. In den Universitäten mit NC hat jeder eine Chance auf einen Abschluss - ohne NC müssten 75% herausgeprüft werden.

Mythos Soziale Kompetenz als Berufseignung

Soziale Kompetenz ist wichtig, aber diese berufsspezifischen Fähigkeiten können vor dem Studium noch gar nicht vorhanden sein

Was man vor dem Studium prüfen kann, sind bestimmte Voraussetzungen, dass man das im Studium lernen kann

Bei Befragungen Gefahr von Lippenbekenntnissen ("*Opferbereitschaft")

Diese Prüfung ist sehr aufwändig und teuer (Interviews, Rollenspiele etc), kaum für alle Bewerbungen zu machen

Verfälschbarkeit durch unehrliche Beantwortung von Fragen und eine hohe Trainierbarkeit sind Störfaktoren

Es gibt keine überzeugenden wissenschaftlichen Untersuchungen, die (1) einen Zusammenhang mit Berufseignung feststellen, wiel man sich auch nicht einig ist, was das ist und ob es die eine Berufseignung innerhalb der Medizin gibt

Es gibt auch keine überzeugenden wisssenschaftlicheen Untersuchungem, die (2) eine Verbesserung der Vorhersage der Studieneignung bringen. Interviews schneiden im S^Durchschnitt sogar am schlechtesten ab.